KO-Systeme (K-o-Systeme)
Alle KO-Systeme verfolgen vorrangig die Ermittlung des Turniersiegers (also Platz 1) in Form möglichst geringer Anzahl an zu spielenden Runden. Eine Darstellung des 2. oder aller weiteren Plätze in Form einer leistungsgerechten Wertung bleibt ausdrücklich nachrangig: Eine Niederlage in einem Spiel führt zum sofortigen Ausscheiden aus dem Turnier ("knock out"). Übrig bleibt nur das Team, das in allen Begegnungen siegt.
In der ersten Runde des reinen KO-Turniers müssen durch Auslosen die jeweiligen Spielgegner ermittelt werden. Die Verlierer innerhalb der ersten Runde scheiden aus, die Sieger treffen in der nächsten Runde nach erneuter Auslosung aufeinander, wonach wiederum die Verlierer ausscheiden.
Zur Durchführung von KO-Finalspielen ist eine Teilnehmerzahl = 2er-Potenzen (2, 4, 8, 16, 32, 64, 128 ...) notwendig. Wenn die Anzahl der gemeldeten Teams nicht exakt diesen 2-er-Potenzen entspricht, muss entweder durch so genannte "Freilose" von der Anzahl der tatsächlichen Teams auf die nächst höhere 2er-Potenzzahl ergänzt oder mit der so genannten "Cadrage" die Teamzahl auf die nächst niedrigere reduziert werden. Anschließend treffen die Teams in den 32tel-, 16tel,.. -Finalen aufeinander, in denen die Verlierer-Teams wiederum jeweils durch KO ausscheiden.
Sinnvoll ist der reine KO-Modus bei Pétanque-Turnieren nur in sehr wenigen und besonderen Situationen, die lediglich der Ermittlung des 1. Platzes innerhalb eines sehr kleinen Teilnehmerfeldes dienen sollen (dies gilt z.B. auch für Pool-Runden oder "Chapeaux", auch "Zocker-Runden" genannt). Zur leistungsentsprechenden Darstellung weiterer Plätze, also Platz 2, Platz 3 usw. ist das reine KO-System wegen des sehr hohen Zufallfaktors wenig geeignet.
Zur teilweisen Vermeidung dieser Nachteile werden unterschiedliche Varianten innerhalb des KO-Systems angewandt.
Setzen statt Losen: Die als besonders spielstark eingeschätzten Teams werden in der ersten Runde innerhalb der "oberen" Hälfte des Teilnehmerfeldes gesetzt und erhalten jeweils ein Team aus der "unteren" Hälfte zur ersten Begegnung zugelost. Somit soll vermieden werden, dass sich die als besonders leistungsstark geltenden Teams bereits in der ersten Runde gegenseitig zum KO führen. Der Setzvorgang kann in weiteren Runden fortgesetzt werden. Als nachteilig bei Anwendung dieses Verfahrens gilt, dass somit die angeblich leistungsstarken Teams einseitig favorisiert werden und dass der Turnierleitung in der Regel keine aussagekräftigen Kriterienlisten zur Vorab-Einschätzung der tatsächlichen Leistungsstärke eines Teams verfügbar ist.
Verwendung "gemilderter" Formen der KO-Systeme: Während bei Verwendung des einfachen KO-Systems bereits nach der ersten Runde die Hälfte aller Teilnehmer ausgeschieden ist, bietet das doppelte KO-System den Verlieren der ersten Runde die Möglichkeit, sich innerhalb parallel laufender KO-Runde zu qualifizieren und somit das Finale gegen das Team der erstrangigen KO-Runden zu spielen. Bei der Form "vollständiges KO-System" bleiben trotz des KO-Faktors alle Teams bis zum Ende aller Runden im Turnier und spielen alle Plätze aus.
"Trost"-Runden: Den schon früh durch KO ausgeschiedenen Teams werden gesonderte Mini-Turniere angeboten, die für das eigentliche Turniergeschehen jedoch ohne Bedeutung bleiben. Diese Mini-Turniere sind meistens "Chapeaux" oder "Zocker"-Runden.
Kombinierte Systeme: Das reine KO-System wird bei Pétanque-Turnieren sehr selten verwendet. Wenn nicht von vornherein Rundensysteme wie "Schweizer-System" vorgesehen werden, finden bei KO-Systemen nahezu ständig kombinierte Systeme Anwendung: Als Ersatz zur problematischen Auslosung oder des Setzens zur ersten Runde des KO-Systems wird ein Vorlauf zur Qualifikation für die abschließenden KO-Runden eingerichtet. Dieser Vorlauf kann aus einem Pool-System oder aus mehreren Spielen mit dem Modus der Runden-Systeme bestehen.
7ARRET 2011
Hamburg - Mecklenburg-Vorpommern - Schleswig-Holstein