einfaches KO-System

Alle KO-Systeme verfolgen vorrangig die Ermittlung des Turniersiegers in Form möglichst geringer Anzahl an zu spielenden Runden. Eine Darstellung des 2. oder aller weiteren Plätze in Form einer leistungsgerechten Wertung bleibt ausdrücklich nachrangig: Eine Niederlage in einem Spiel führt zum sofortigen Ausscheiden aus dem Turnier ("knock out"). Übrig bleibt nur das Team, das in allen Begegnungen siegt.

 

In der ersten Runde des KO-Turniers können durch Auslosen oder Setzen die jeweiligen Spielgegner ermittelt werden. Die Verlierer scheiden aus, die Sieger treffen in der nächsten Runde nach erneuter Auslosung aufeinander, wonach wiederum die Verlierer ausscheiden.

 

Zur Durchführung dieser Finalspiele ist eine Teilnehmerzahl = 2er-Potenzen (2, 4, 8, 16, 32, 64, 128 ...) notwendig. In der ersten Runde wird häufig durch so genannte "Freilose" von der Anzahl der tatsächlichen Teams auf die nächst höhere 2er-Potenzzahl ergänzt. Bei 45 gemeldeten Teams kommen demnach 19 Freilose mit in die Verlosung; danach bleiben 32 Teams siegreich, während 13 Teams ausscheiden (darunter die meisten "Freilose"). Üblich ist alternativ auch die so genannte "Cadrage": Um auf die notwendige nächst niedrigere 2er-Potenzzahl von 32 zu gelangen, müssen vorweg 13 Teams ausscheiden; aus insgesamt 45 Teams werden deshalb 26 Teams (doppelte Anzahl von 13) ausgelost, die im Vorwege mittels Cadrage 13 Teams durch deren Niederlage zum Ausscheiden aus dem Turnier führen. Die verbleibenden Teams spielen anschließend 32-tel-, 16-tel,.. -Spiele mit jeweiligem KO-Modus. 

 

Trifft in der ersten Runde beispielsweise der Deutsche Meister 2006 auf den Deutschen Meister 2007, wird nur 1 Team gewinnen. Das unterlegene Team scheidet ganz aus dem Turnier aus und hat auch keine Chance, wenigstens den 2. oder 3. Platz zu erlangen. Diese Plätze werden womöglich Teams belegen, die eine deutlich geringere Leistungsstärke aufweisen, als das schon nach der ersten Runde ausgeschiedene. 

 

Sinnvoll ist der Modus "einfaches KO" bei Pétanque-Turnieren nur in sehr wenigen besonderen Situationen, die lediglich der Ermittlung des 1. Platzes innerhalb eines sehr kleinen Teilnehmerfeldes dienen sollen. Die wenigsten Pétanque-Spieler erfreuen sich an Turnieren, bei denen die Hälfte der Teams bereits nach der ersten Runde ausscheidet. Nachteilig wird auch der sehr hohe Zufallsfaktor durch die Auslosungen empfunden. Zur leistungsentsprechenden Darstellung weiterer Plätze ab Platz 2 ist das einfache KO-System nicht geeignet.

 

Zur Vermeidung des sehr hohen Zufallsfaktors bei der Auslosung kann für die erste Spielrunde das Setzen angewndt werden: Die als besonders spielstark eingeschätzten Teams werden in der ersten Runde innerhalb der "oberen" Hälfte des Teilnehmerfeldes gesetzt und erhalten jeweils ein Team aus der "unteren" Hälfte zur ersten Begegnung zugelost. Somit soll vermieden werde, dass sich die als besonders leistungsstark geltenden Teams bereits in der ersten Runde gegenseitig zum KO führen. Der Setzvorgang kann in den weiteren Runden fortgesetzt werden. Als nachteilig gilt hier der Umstand, dass somit die angeblich leistungsstarken Teams einseitig favorisiert werden und dass der Turnierleitung in der Regel die verlässlichen Kriterien zur Benennung der Favoriten fehlen.

 

Bei Pétanque-Turnieren werden deshalb fast immer kombinierte Systeme verwendet.

 

Bei relativ kleinen Teilnehmerzahlen (Pool-Runden oder Chapeaus) wird der noch überschaubare Auslosungs-Zufall akzeptiert oder bewusst als "Zocker"-Anreiz gesucht.