Formule X mit nachfolgendem vollständigem KO-Modus
Aus 2 verschiedenen Anlässen bietet es sich an, für Vorrunden zu KO-Systemen den Modus "Formule" zu wählen:
1. Verminderung des sehr hohen Zufallsfaktors bei Auslosungen
Die reine Zufallsauslosung für die erste Begegnung in KO-Runden führt häufig zum sehr frühzeitigen Ausscheiden (beim vollständigen KO-System zum frühzeitigen "Runterstufen") auch solcher Teams, die wegen ihrer Leistungsstärke eine Platzierung in den Finalrunden "verdient" hätten. Abhilfe könnte ein Setzen bestimmter Teams bei den ersten Auslosungen schaffen. Jedoch würden Turnierleitungen bei der Vorab-Einschätzung der Leistungsstärken der einzelnen Teams zwangsläufig Fehlentscheidungen treffen. Ein vorgeschaltetes Rundensystem schafft eine zwischenzeitliche Rangliste, die danach das "Setzen" auf relativ angemessener Grundlage sinnvoll werden lässt. Zum zeitlichen Verschlanken der gesamten Turnierdauer werden diese Vorrunden mit einer Zeitbegrenzung versehen, bei der sich besonders der Modus "Formule X" als geeignet anbietet. Je nach gewählter Anzahl der Vorrunden-Spiele ist der Turniermodus korrekt mit "Formule 2", "Formule 3"... zu benennen.
Die ermittelte Rangliste aus den Vorrunden wird anschließend von der Turnierleitung zum Setzen verwendet: Die obere Hälfte der Rangliste wird für die erste Begegnung in den nachfolgenden KO-Runden gleichmäßig verteilt, die Teams der unteren Hälfte werden den gesetzten Teams als Spielgegner zugelost.
Dabei sind beim Modus "vollständiges KO-System" die Freilose zu berücksichtigen. Beim Modus "ABCD KO" werden zu Beginn der KO-Runden Cadrage-Spiele zur Reduzierung der Team-Anzahl auf die nächst niedrige 2er-Potenz-Anzahl verwendet; beim "vollständigen KO-System" werden Freilose verwendet, um die Team-Anzahl auf die nächst höhere 2er-Potenz-Anzahl zu erweitern. Die Turnierleitung muss zur Ermittlung der "oberen Hälfte" des Teilnehmerfeldes nicht nur die tatsächlich vorhandenen Teams, sondern auch die imaginären Teams namens " Freilos 1", "Freilos 2"... einbeziehen. Die Freilose sollten der Gruppe der "unteren Ranglistenhälfte" zugeordnet und den Teilnehmern der "oberen Ranglistenhälfte" zugelost werden.
Beispiel: Bei reell 24 gemeldeten Teams wird nach Abschluss der Vorrunden per Ergänzung durch 8 Freilose ein Teilnehmerfeld von 32 mit 16 vorzusehenden Spielbegegnungen gebildet. Die laut Rangliste ersten 16 Teams werden gesetzt. Als Spielgegner werden die weiteren 8 reellen + die 8 imaginären "Freilos-Teams zugelost. Nach der ersten KO-Runde befinden sich im A-Runden-Feld keine Freilose mehr, weil diese ab der zweiten KO-Runde im B-Runden-Feld "spielen".
Denkbar ist auch die Vorgehensweise, dass die Turnierleitung die "Freilos-Teams" in der ersten KO-Runde imaginär weitgehend gegeneinander spielen lässt. Das hätte zur Folge, dass in der ersten Runde kein Team oder maximal 1 ein Freilos erhält. Allerdings wäre ab Runde 2 die Folge in kauf zu nehmen, dass die "Freilos-Teams" sich gleichmäßig auf das gesamte Teilnehmerfeld verteilen, also im Extremfall auch bis zum Halbfinale im A-Runden-Bereich. Deshalb ist diese Vorgehensweise nur dann zu empfehlen, wenn die Anzahl der Freilose im Vergleich zur Anzahl der "reellen" Teams niedrig ist.
2. Aufteilen eines größeren Teilnehmerfeldes in ABCD...-Finalrunden
Sehr gebräuchlich ist bei größeren Turnieren die Aufteilung des Teilnehmerfeldes in mehrere KO-Finalrunden (A, B, C usw.). Zur Aufteilung ist fast immer die Durchführung von 2 Vorrunden vorgesehen, in denen die Spielgegner frei zugelost werden. Die Ergebnisse entsprechen wegen des extrem hohen Zufallsfaktor dem tatsächlichen Leistungsvermögen der Teams nur in Ausnahmefällen. Häufig ist zu beobachten, dass leistungsschwächere Teams mit Losglück + Freilos in der A-Runde spielen, während leistungsstarke Teams nach Zusammentreffen mit einem anderen Favoriten-Team bereits in der Vorrunde eine Niederlage hinnehmen müssen und das restliche Turnier in B oder C spielen. Angemessener ist auch hier ein kleines Rundensystem als Vorrunden. Wenn Zeitbegrenzungen vorgesehen werden, lässt sich die Zahl der Vorrunden-Spiele auf 3 oder auch 4 erhöhen, ohne dass sich dadurch die Gesamtdauer des Turniers wesentlich erhöht. Als Modus ist Formule X wegen der Zeitbegrenzung zur Ermittlung einer aussagefähigen Rangliste geeigneter als andere Rundensysteme.
Die Rangliste lässt sich anschließend für die KO-Systeme leicht in die Gruppen A, B, C... einteilen.
7ARRET 2011
Hamburg - Mecklenburg-Vorpommern - Schleswig-Holstein