Runden-System mit Zwischenwertung
Zur Verfeinerung des einfachen Rundensystems werden bei Runden-Systemen mit Zwischenwertung ab der zweiten Runde keine Zufalls-Losungen der Spielgegner, sondern systematische Zuordnungen entsprechend den Ergebnissen der vorhergehenden Runden vorgenommen. Innerhalb eines Teilnehmerfeldes aus Formé-Teams wird nur für die erste Runde ein Gegner frei zugelost. Die Anzahl der Runden wird von der Turnierleitung zuvor festgelegt. Nach der ersten Runde wird eine Rangliste der Teilnehmer nach den Kriterien "Sieg ja/nein" zuzüglich der Differenzpunkte erstellt. Ab der zweiten Runde werden die Spielgegner entsprechend der Zwischen-Rangliste systematisch zugeordnet: Platz 1 spielt gegen Platz 2, Platz 3 gegen 4 usw. Nach der zweiten Runde werden die Ergebnisse aus Runden 1 und 2 für die neue Zwischen-Rangliste für die neue Zuordnung der dritten Runde verwendet. So wird bis zur letzten der vorgegebenen Rundenzahl verfahren.
Die Anzahl der Siege bei zusätzlicher Berücksichtigung der Differenzpunkte bei den einzelnen Siegen ergibt nach Abschluss der letzten Runde die Sieger-Rangfolge.
Das Turniersystem eignet sich aus mehreren Gründen für eine relativ leistungsgerechte Wertung bei Turnieren und fördert außerdem den Geselligkeits-Aspekt:
- Alle teilnehmenden Teams bleiben bis zum Turnierende beteiligt.
- Die abschließende Rangliste berücksichtigt alle teilnehmenden Teams.
- Die Turnierleitung ist relativ einfach.
Der Nachteil dieses Turniersystems liegt in dem immer noch hohen Zufallsfaktor, der sich aus der Losung zur ersten Runde ergibt und Folgen für die weiteren Runden hat. Eine vergleichbar leistungsgerechte Differenzierung der Rangpätze - besonders unterhalb der Siegerposition 1 - kann nur annähernd ermittelt werden.
Häufig wird dieses Runden-System irrtümlicherweise als "Schweizer-System" bezeichnet oder sogar so ausgeschrieben. Das echte Schweizer-System ist zwar auch ein Runden-System mit Zwischenwertung, jedoch mit der Intention einer möglichst hohen Annäherung an das gerechteste "Jeder-gegen-jeden"-System deutlich verfeinert: Rundenzahl darf nicht vorgegeben sein, sondern ist ein Ergebnis aus der Berechnung anhand der tatsächlichen Teilnehmerzahl; statt Differenzpunkten wird zur Wertung die Turnier-Spielstärke der Gegner (Buchholz-Punkte) verwendet.
Eine Sonderform dieses Runden-Systems mit Zwischenwertungen ist das "Formule X". Dieses System verfeinert die Ergebnisse bei vorgesehenen Zeitbegrenzungen für die einzelnen Runden.
7ARRET 2011
Hamburg - Mecklenburg-Vorpommern - Schleswig-Holstein